Warum der Reformationstag ein dauerhafter Feiertag in Norddeutschland sein sollte

Sind die Menschen in Norddeutschland die Deppen der Nation? Diese Frage ist berechtigt, wenn man die Anzahl der Feiertage im Norden mit der Anzahl der Feiertage in den südlichen Bundesländern vergleicht.

Ja, die Menschen, die in den nördlichen Bundesländern leben, sind die Deppen der Nation!

Feiertage in Deutschland

Hier sieht man deutlich, dass die Menschen, die in den nördlichen Bundesländern SH, HH, NI und HB leben, die Deppen der Nation sind. Berlin gehört übrigens auch dazu. Quelle der Grafik: Wikipedia | Benutzer: Korny78

Bayern hat beispielsweise vier Feiertage mehr als Schleswig-Holstein. Was bedeutet das nun? Rechnet man diesen Umstand auf die Lebensarbeitszeit eines Menschen hoch, so stellt man schnell fest, dass die Menschen im Norden in ihrem Leben fast ein halbes Jahr länger arbeiten als die Menschen in Süddeutschland – für das gleiche oder sogar weniger Geld!

Ist das gerecht? Ich dachte vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, hier werden aber Menschen benachteiligt nur weil sie in einem Bundesland leben, wo es weniger Feiertage gibt.

Ich fordere für die norddeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen, dass ab sofort der Reformationstag per Gesetz ein dauerhafter Feiertag wird!

Das wäre ein Zeichen der Gerechtigkeit und man darf auch nicht vergessen, dass gerade in Norddeutschland sehr viele Menschen der evangelischen Kirche angehören. In Schleswig-Holstein gehört sogar die Hälfte der Bevölkerung der evangelischen Kirche an (Quelle: Zensus 2011). Warum ist in diesem Bundesland der Reformationstag also kein dauerhafter Feiertag? In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen beispielsweise ist der Reformationstag ein dauerhafter Feiertag und das obwohl in diesem Bundesland weniger Menschen der evangelischen Kirche angehören als in den nördlichen Bundesländern.

Den Buß- und Bettag hat man uns übrigens im Jahr 1995 weggenommen, weil damals die Pflegeversicherung eingeführt wurde und man die Arbeitgeber dadurch von den steigenden Kosten entlasten wollte. Sachsen ist das einzige Bundesland, was diesen Feiertag noch hat. Wie sich herausgestellt hat, ist der gewünschte Effekt, nämlich die Arbeitgeber zu entlasten nicht eingetreten – doch den Feiertag hat man dem Volk nicht zurückgegeben. Die Deutschen lassen alles mit sich machen, so etwas wäre in Frankreich undenkbar, denn auch dort wurde im Jahr 2004 ein Feiertag aus ähnlichen Gründen abgeschafft (Pfingstmontag / Lundi de Pentecôte), doch Proteste und Boykotte haben dazu geführt, dass 2008 der Feiertag in Frankreich wieder eingeführt wurde und nun dauerhaft bleibt.

Zurück zu dem benachteiligten Norden, es wird allgemein behauptet, dass ein zusätzlicher Feiertag die dortige Wirtschaft stark belasten würde, insbesondere die Handelskammern und Arbeitgeberverbände beklagen sich über Feiertage. Doch deren Argumente, insbesondere das Argument, dass ein zusätzlicher Feiertag in Norddeutschland auf Kosten der Produktivität gehen würde, ist unbegründet, denn:

  • es wird immer Jahre geben, wo Feiertage auf ein Wochenende fallen, so sind z.B. im Jahr 2010 vier Feiertage in Schleswig-Holstein auf ein Wochenende gefallen. Man bedenke, das Bundesland hat nur neun Feiertage! Solche Jahre wird es auch wieder geben.
  • gibt es alle vier Jahre ein Schaltjahr, wo die Arbeitnehmer einen Tag länger arbeiten müssen – für das gleiche Geld! In Schaltjahren hat der Arbeitgeber das Lachen.
  • ein zusätzlicher Feiertag, wenn man ihn in Norddeutschland, also z.B. Schleswig-Holstein einführen würde, muss nicht zu einem Rückgang der Produktivität führen, da die Erfahrung gezeigt hat, dass die Produktion, die an einem Feiertag ausfällt, an anderen Tagen nachgeholt wird. Über das Gesamtjahr betrachtet entsteht also überhaupt kein Verlust. 

Wie man also sieht, ein zusätzlicher Feiertag wird durch die oben genannten Gründe wieder „ausgeglichen“. Es gibt keinen vernünftigen Grund, der gegen einen weiteren, dauerhaften Feiertag in Norddeutschland spricht.

Außerdem ist der Reformationstag in Norddeutschland ideal als dauerhafter Feiertag geeignet, verbinden sich doch bedeutsame kulturelle und geistesgeschichtliche Errungenschaften mit der Reformation durch Martin Luther.

Was wird die Politik machen? Hat sie den Mut, endlich etwas Gerechtigkeit im Norden zu schaffen? Oder bleibt die Politik weiter A****kriecher der Lobby und die Norddeutschen werden weiter die Deppen der Nation sein?

Es bleibt spannend und ich hoffe, dass der Norden endlich einen zusätzlichen, dauerhaften Feiertag per Gesetz bekommt. Die Menschen im Norden sind mit dem Wetter schon bestraft genug.

Weiterführende Links

Hamburg: Reformationstag als Feiertag – jetzt berät der Ausschuss

Schleswig-Holstein: Bekommt der Norden einen neuen Feiertag?

Schleswig-Holstein: Ripen oder Revolte: Debatte um neuen Feiertag

Bremen: Ein zusätzlicher Feiertag für das Land Bremen: Haben wir bald immer am 31. Oktober frei?

Weil will Reformationstag als neuen Feiertag in Niedersachsen

Wikipedia: Feiertage in Deutschland

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